Bildung 5.0? Zukunft des Lernens – Zukunft der Schule

Bildung spielt eine entscheidende Rolle für die Bewältigung der anspruchsvollen sozio-ökonomischen, kulturellen, demografischen, ökologischen, ethischen und technologischen Aufgaben, die sich weltweit bereits heute stellen und deren Ausmass und Dringlichkeit sich in Zukunft noch vergrössern werden. Das Symposium lädt ein zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Frage, wie eine „neue“ Bildung aussehen könnte, um die Ansprüche der lokalen und globalen Gesellschaft zu erfüllen. Was leistet Bildung 4.0, wie könnte Bildung 5.0 aussehen?

 

Ziel des Symposiums ist, einen Beitrag zur Entwicklung der Qualität der Bildung und damit auch einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu leisten. Dies soll erreicht werden, indem wichtige Akteure aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis die Möglichkeit zum vielfältigen Ideen- und Erfahrungsaustausch zu aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen im Bildungsbereich durch Vorträge, Symposien, Workshops und Podiumsdiskussionen erhalten. Zudem steht die Vernetzung dieser Akteure im Vordergrund: Durch interaktive Formate und ein angemessenes Pausen- und Rahmenprogramm können und sollen die Teilnehmenden während des Symposiums bestehende Kontakte pflegen und neue knüpfen können.

 

Zum Diskurs:

 

Unter Bildung 4.0 lassen sich Lern- und Bildungsprozesse im Zeitalter des digitalen Wandels verstehen, in Anspielung auf das Konzept Industrie 4.0. Neue Technologien, veränderte Lebensmuster und Handlungspraktiken beeinflussen wie gelernt wird, wo gelernt wird und was gelernt wird. Im Zentrum steht die Verzahnung von Bildungsprozessen mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Dazu gehört nicht nur der Erwerb von Medienkompetenzen, sondern auch die Schaffung eines Bewusstseins für eine vernetzte Welt. Dies hat Konsequenzen für die Gestaltung von Schule.

 

Unter Bildung 5.0 könnte eine kritische Auseinandersetzung damit verstanden werden, was Technologie leistet, was vernetzte Systeme leisten. Ist eine Perspektivenorientierung auf „alte“ pädagogische Prämissen an der Zeit, die Persönlichkeitsentwicklung, Mündigkeit, Förderung von Gemeinschaftsinn, Förderung von Tugenden in den Mittelpunkt stellen? Sind Selbstverantwortung, verantwortungsvolle Partizipation an der Demokratie und achtungsvoller Umgang mit der fragilen Umwelt wieder neu als Ziele pädagogischen Handelns zu betonen? Welchen Raum nimmt die Schule in einer Welt ein, in der sehr vielfältige Informationen niederschwellig verfügbar sind, die unterschiedliche psycho-soziale Dynamiken haben können? Welches Verhältnis zwischen Schule und ausserschulischen Akteuren zum Wohl von Schülerinnen und Schülern strebt die Schule der Zukunft an? Wie kann Biographieförderung gelingen, und welche Aufgabe haben Bildungsakteure und weitere gesellschaftliche Akteure dabei: Wie können sie in Bildungslandschaften wirkungsvoll durch Vernetzung und Zusammenarbeit agieren, wie können schulische und ausserschulische horizontale und vertikale Kooperationen gestaltet werden?

 

Das Symposium behandelt Fragen moderner Steuerung im Bildungssystem, zeitgemässer Schulführung, nachhaltiger Schulentwicklung und wirksamer Lehr-Lern-Arrangements.

 

Es bietet die Möglichkeit, durch Vorträge und Diskussionen Wissen zu vertiefen, sich mit Expertinnen und Experten auszutauschen, Beziehungen zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen sowie Ideen zu verfolgen zu:

 

  • Welche Konsequenzen hat eine zu gestaltende Bildung 5.0 für Bildungsmanagement, für Bildungspolitik, für Verwaltung und Aufsicht, für Bildungspraxis?
  • Was ist der aktuelle wissenschaftliche Diskurs, was sind wissenschaftliche Desiderate, was soll Wissenschaft leisten?
  • Welchen Beitrag können gesellschaftliche Akteure einbringen, die nicht unmittelbar dem Sektor Bildung zugerechnet werden? Welche Aufgabe hat die Wirtschaft, welche der dritte und vierte Sektor?

 

Dies lässt sich in folgende Themen und Fragen differenzieren:

 

Technologie/Digitalisierung: Was leistet Technologie im Bildungsbereich, in der Bildungsplanung und im Bildungsprozess, wie gestaltet sich Lernen mit und durch Technologie, wie steht es um die Digitalisierung des Lernens und der Bildung? Was ist davon an den Schulen angekommen?

 

Differenzierte Lehr-Lern-Arrangements: Wie gestalten sich moderne Lernsettings, wie und wie unterschiedlich sieht zeitgemässer Unterricht aus, was sind Lehr-Lern-Arrangements und Lernräume, die Fragmentarisierung aufheben und formale, non-formale und informelle Zugänge und Angebote integrieren?

 

Schule und Gesellschaft: Was kommt nach 4.0, wie werden aktuelle und zukünftige Entwicklungen von Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung gesehen und diskutiert? Was sind aktuelle, zukünftige und vergangene Diskussionsstränge, was kritische Betrachtungen, was gewünschte Entwicklungen?

 

Herausforderung im/durch Wandel: Welchen Wandel beobachten wir und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den einzelnen Menschen, – und in der Konsequenz für Politik, Verwaltung, Praxis, den dritten und vierten Sektor sowie Wissenschaft im Bildungsbereich?

 

Schule und Bildungsraum: Welche Konsequenzen hat der Wandel und der Anspruch an Bildung 5.0 für Schule und Bildungslandschaften, welche Szenarien sind denkbar, realistisch, was sind innovative System-, Organisations-, und Handlungspraktiken?

 

Evidenzorientierung und Datennutzung: Welche qualitativen und quantitativen Daten werden erhoben, wie werden sie genutzt zur möglichen evidenzbasierten Steuerung des Bildungssystems, von Schulen im Sinne von datengestützter Schulentwicklung, von Unterricht mit individualisierter Förderung des Lernens? Verengt es möglicherweise den Blick weg von einer Perspektive auf pädagogisch Relevantes, weil in erster Linie kennzahlenorientiert gedacht wird? Stehen eine Überwindung der Reduktion auf akademischen Output und eine Perspektivenerweiterung auf gesellschaftlichen Outcome an?

 

Renaissance der Pädagogik: Welche Rolle spielen pädagogische Prämissen aus dem historischen Diskurs der Profession von Pädagogik, Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, welche Rollen spielen Schlüsselkompetenzen, sozio-emotionale Kompetenzen, Persönlichkeitsentwickung, Engagement und Sinn für Gemeinschaft, Demokratie? Welche Werte spielen eine Rolle und welche sollten eine Rolle spielen? Was soll gelernt werden, was soll gebildet werden? Welcher individuelle und gesellschaftliche Nutzen soll generiert werden? Gibt es eine Renaissance alter Konzepte im modernen Gewand?

 

 

Diese Themen werden im Hauptprogramm, aber auch in den Themensträngen des Parallelprogramms behandelt.

 

Das Thema Bildung 5.0? Zukunft des Lernens – Zukunft der Schule und die inhaltliche Ausgestaltung werden in den kommenden Wochen noch weiter diskutiert mit Referierenden und Partnern des Symposiums. Wir freuen uns auf den Diskurs im Vorfeld und auf der Tagung. Wie immer wird dieser auch nachbereitet und in Publikation(en) dokumentiert.